Search Console: KI-BerichtDer KI-Bericht der Search Console: erste Zahlen, enge Grenzen.
Seit Juni 2026 hat die Google Search Console einen eigenen Bericht für die KI-Funktionen der Suche. Er liefert die ersten offiziellen Daten zu AI Overviews und AI Mode — und zwar ausschließlich Impressionen. Keine Suchanfragen, keine Klicks, keine Position. Wer gerade auf eine Delle in den August-Zahlen blickt, sieht zudem keinen Einbruch, sondern einen Messfehler, den Google selbst protokolliert.
Der Bericht belegt, dass Sie in KI-Antworten auftauchen. Nicht wofür, nicht mit welcher Wirkung — und in manchen Wochen nicht einmal in welchem Umfang.
Warum sind Ihre August-Zahlen im KI-Bericht zu niedrig?
Weil Google selbst einen Protokollierungsfehler dokumentiert: Vom 13. bis 17. August 2026 hat der KI-Bericht für die Google-Suche zu wenige Impressionen erfasst. Der Eintrag steht in Googles öffentlicher Liste bekannter Datenanomalien der Search Console — derselben Seite, auf der das Unternehmen seit Jahren Messfehler und Umstellungen der Zählweise protokolliert.
Die Formulierung dort ist knapp und eindeutig: Der Fehler betreffe ausschließlich die Datenerfassung („This issue affects data logging only“). Übersetzt heißt das: Ihre Sichtbarkeit in AI Overviews und AI Mode ist in diesen fünf Tagen nicht eingebrochen — nur die Zählung war unvollständig. Am 13. August traf derselbe Fehler zusätzlich den Discover-Bericht, dort auch die Klicks.
Daraus folgt eine unspektakuläre, aber wirksame Routine: Bevor Sie eine Delle im KI-Bericht interpretieren, prüfen Sie das Anomalie-Protokoll. Ein Rückgang, den Google selbst als Messfehler führt, gehört weder in ein Reporting noch in eine Maßnahmenableitung. Wir haben denselben Reflex an anderer Stelle beschrieben: Wer SEO-Wirkung über die Zeit beurteilt, verwechselt sonst Datenrauschen mit Entwicklung.
Was zeigt der KI-Bericht — und was zeigt er nicht?
Der Bericht zeigt ausschließlich Impressionen aus zwei KI-Funktionen der Google-Suche: AI Overviews und AI Mode. Eine Impression bedeutet hier, dass ein Link auf Ihre Website in einer dieser Funktionen ausgespielt wurde. Weitere Kennzahlen enthält der Bericht nicht.
| Kennzahl | Im KI-Bericht enthalten |
|---|---|
| Impressionen | Ja |
| Klicks | Nein |
| Klickrate (CTR) | Nein |
| Durchschnittliche Position | Nein |
| Suchanfragen | Nein |
| Seiten, Länder, Geräte, Datum | Ja — als Dimensionen |
Auswerten lässt sich diese eine Kennzahl nach vier Dimensionen: Seiten (nach allen Weiterleitungen die finale, in der Regel kanonische URL), Länder (Herkunft der Suchanfrage), Daten (Tage, Wochen oder Monate, Zeitzone Pacific Time) und Geräte (Desktop, Tablet, Mobilgerät).
Vier Grenzen sollten Sie kennen, bevor Sie Zahlen aus dem Bericht weitergeben:
- Search-Labs-Experimente fehlen. Daten aus den laufenden Experimenten in Search Labs nimmt die Search Console grundsätzlich nicht auf, da sie sich in aktiver Entwicklung befinden.
- Discover hat einen eigenen Bericht. Generative Funktionen in Google Discover werden getrennt ausgewiesen. Wer beides zu einer Zahl addiert, vermischt zwei Berichte.
- Das 1.000-Zeilen-Limit gilt auch hier. Wie im Standard-Leistungsbericht endet die Tabelle bei 1.000 Zeilen — größere Websites sehen also nicht jede Seite.
- Diagramm und Tabelle dürfen abweichen. Das Diagramm aggregiert nach Property, die Tabelle bei der Dimension „Seiten“ nach Seite. Erscheinen zwei Ihrer Seiten in derselben Antwort, ist das im Diagramm eine Impression, in der Tabelle sind es zwei. Diese Differenz ist kein Fehler, sondern die dokumentierte Zählweise.
Was der Bericht damit beantwortet, ist eine einzige Frage: Werden meine Seiten in KI-Antworten ausgespielt? Nicht beantwortet bleibt, zu welchen Fragen, in welchem Kontext und mit welcher Wirkung. Genau dort setzt die inhaltliche Arbeit an, die wir unter Generative Engine Optimization beschreiben.
Wie verlässlich sind die Zahlen des KI-Berichts?
Als Trend belastbar, als Absolutwert nicht. Der August-Fehler ist kein Einzelfall, sondern der jüngste Eintrag in einer Liste, die Google selbst führt — und der größte Eintrag darin betrifft nicht Tage, sondern beinahe ein Jahr.
Der schwerwiegendste Fall betrifft nicht den KI-Bericht, sondern die Impressionen der Search Console insgesamt: Vom 13. Mai 2025 bis zum 27. April 2026 hat ein Protokollierungsfehler verhindert, dass Impressionen korrekt erfasst wurden. Betroffen waren laut Google die Impressionen und die davon abhängigen Kennzahlen Klickrate und durchschnittliche Position; die Klicks blieben korrekt. Nach der Behebung, schreibt Google, könne ein Rückgang der Impressionen sichtbar werden — die zuvor ausgewiesenen Werte lagen also zu hoch.
Fast ein Jahr lang haben Berichte, Dashboards und Jahresvergleiche demnach mit Impressionswerten gearbeitet, die überhöht waren. Das ist kein Vorwurf an Google — die Anomalie steht offen dokumentiert, und wer sie kennt, kann sie einordnen. Es ist eine Aussage über die Belastbarkeit der Zahl: Impressionen sind ein Richtungssignal, keine Buchführung.
Drei Konsequenzen für die Praxis, unabhängig von der Größe der Website:
- Trends statt Absolutwerte berichten. „Die KI-Impressionen sind über acht Wochen gestiegen“ ist belastbar. „Wir hatten im Juli 41.812 KI-Impressionen“ suggeriert eine Präzision, die die Datenquelle nicht hergibt.
- Anomaliefenster markieren. Wer regelmäßig berichtet, hinterlegt die bekannten Fehlerzeiträume als Annotation — dann muss niemand im nächsten Quartal rekonstruieren, warum eine Woche ausreißt.
- Keine Zielwerte auf diese Kennzahl setzen. Eine Kennzahl ohne Klicks, ohne Suchanfragen und mit dokumentierten Erfassungslücken taugt nicht als Zielgröße in einem Vertrag oder einer Bonusregelung.
Haben alle Websites den KI-Bericht schon?
Nein. Googles Hilfeseite trägt am 28. August 2026 unverändert den Hinweis, dass der Bericht zunächst nur an einen Teil der Websitebetreiber ausgerollt wird. Dieselbe Einschränkung steht auf der Hilfeseite zur KI-Steuerung in der Search Console.
Das ist erwähnenswert, weil in der Fachpresse seit Mitte August auch der Abschluss des Rollouts gemeldet wurde. Wir lösen diesen Widerspruch nicht auf, sondern benennen ihn — und halten uns an die einfachere Regel: Solange die Primärquelle den Rollout-Hinweis trägt, ist er der belastbare Stand. Wer einem Mandanten erklärt, warum ein Bericht fehlt, sollte nicht auf einen Sekundärartikel verweisen müssen.
Fehlt der Bericht in Ihrer Property, nennt Google drei Gründe:
- Die Property gehört noch nicht zum ausgerollten Teil.
- Die Website hat zu wenige Impressionen in KI-Funktionen erhalten.
- Die Website wurde aus den KI-Funktionen der Suche ausgeschlossen — dann entstehen dort naturgemäß keine Daten.
Der dritte Punkt wird leicht übersehen, weil die Einstellung an einer anderen Stelle der Search Console liegt als der Bericht.
Was hat der Bericht mit der KI-Steuerung in der Search Console zu tun?
Der Bericht ist die Datengrundlage für die einzige echte Entscheidung, die Google an dieser Stelle anbietet: drin bleiben oder raus. Unter „Einstellungen“ steht in der Search Console eine Steuerung, mit der Sie die Aufnahme Ihrer Inhalte in die KI-Funktionen der Suche regeln.
| Einstellung | Wirkung |
|---|---|
| Einschließen | Standard. Inhalte können in KI-Funktionen erscheinen, verlinkt werden und Antworten stützen; Impressionen und Traffic entstehen. |
| Ausschließen | Inhalte erscheinen dort nicht mehr und stützen keine Antworten. Keine Impressionen, kein Traffic aus diesen Flächen. |
| Von übergeordneter Property übernehmen | Standard für untergeordnete Properties. Änderungen oberhalb wirken automatisch mit. |
Vier Punkte daran werden regelmäßig falsch wiedergegeben:
- Es ist kein Ranking-Signal. Google hält ausdrücklich fest, dass diese Steuerung nicht als Ranking- oder Aufnahmesignal für andere Teile der Suche verwendet wird.
- Sie betrifft nicht das KI-Training. Wer das Training der Modelle einschränken will, nutzt dafür Google-Extended — die Steuerung in der Search Console regelt nur die Darstellung in den KI-Funktionen.
- Sie wirkt nicht sofort. Inhalte werden in der Regel innerhalb von ein bis zwei Tagen ausgeschlossen; durch Caching und Verteilung in Googles Systemen kann es länger dauern.
- Sie vererbt sich. Eine untergeordnete Property folgt standardmäßig der nächstgelegenen übergeordneten Property, die eine eigene Einstellung gesetzt hat.
Anders als der Bericht, der nur AI Overviews und AI Mode abdeckt, umfasst die Steuerung zusätzlich die generativen Funktionen in Google Discover. Wer ausschließt, entfernt sich also aus mehr Flächen, als der Bericht anschließend abbilden kann.
Der Vollständigkeit halber: Der Ausschluss ist eine legitime Option — aber eine mit Preis. Er nimmt Ihnen genau die Sichtbarkeit, um deren Aufbau es in der KI-Sichtbarkeit für Unternehmen geht. Bei ChatGPT ist die Trennung ähnlich strikt, wie wir sie in ChatGPT-Werbung in Deutschland beschrieben haben: Die Antwortfläche folgt anderen Regeln als die bezahlte Fläche darunter.
Was Sie mit dem Bericht sinnvoll tun — und was nicht
Beste Option: Nutzen Sie den Bericht als Bestätigungsinstrument, nicht als Steuerungsinstrument. Er beantwortet zuverlässig, welche Seiten Ihrer Website in KI-Antworten überhaupt ausgespielt werden. Das ist eine brauchbare Redaktionsinformation: Seiten mit KI-Impressionen sind bereits als Quelle akzeptiert und lohnen eine Vertiefung; Seiten ohne Impressionen zu Themen, für die Sie ranken, sind ein Hinweis auf ein Format- oder Struktur-Problem.
Pragmatische Alternative: Kombinieren Sie ihn mit den beiden Datenquellen, die er nicht ersetzt. Der Standard-Leistungsbericht liefert weiterhin Suchanfragen und Klicks; Ihre Webanalyse zeigt, ob aus KI-Oberflächen tatsächlich Besucher kommen und was sie tun. Erst dieses Dreieck ergibt ein Bild — der KI-Bericht allein zeigt eine Zahl ohne Konsequenz.
Konkreter nächster Schritt: Öffnen Sie den Bericht einmal mit der Dimension „Seiten“ und notieren Sie die drei Seiten mit den meisten KI-Impressionen. Prüfen Sie dann, ob diese Seiten die Frage, für die sie zitiert werden, im ersten Absatz vollständig beantworten. In den meisten Fällen ist das der Grund, warum sie zitiert werden — und der Hebel, um es öfter zu werden. Wo Ihre Website insgesamt steht, zeigt der KI-Sichtbarkeits-Check in rund 60 Sekunden.
Und was besser wartet: Reportings, die KI-Impressionen als absolute Zielgröße führen. Vergleiche mit dem Vorjahr, solange der korrigierte Erfassungsfehler in den Zeitraum fällt. Und die Erwartung, dass dieser Bericht die Frage nach dem Ertrag beantwortet — dafür fehlen ihm Klicks und Suchanfragen.
Der nüchterne Blick auf ein neues Google-Feature lohnt sich fast immer. Bei den Rich Snippets hat dieselbe Haltung dazu geführt, dass wir Formate früh als eingestellt gekennzeichnet haben, statt sie weiter zu empfehlen. Beim KI-Bericht heißt sie: ein echter Fortschritt, denn es sind die ersten offiziellen Zahlen zu KI-Flächen überhaupt — nur eben ein Fortschritt mit klar benannten Grenzen. Wie sich daraus ein belastbares Vorgehen bauen lässt, beschreibt unsere Leistung SEO & KI-Sichtbarkeit.
Gut zu wissen.
Was zeigt der KI-Bericht in der Google Search Console?
Der Bericht zeigt ausschließlich Impressionen aus den generativen KI-Funktionen der Google-Suche, also aus AI Overviews und AI Mode. Auswerten lässt sich diese Kennzahl nach Seiten, Ländern, Daten und Geräten. Klicks, Klickrate, durchschnittliche Position und Suchanfragen enthält der Bericht nicht.
Warum sehe ich den KI-Bericht in meiner Search Console nicht?
Google nennt drei Gründe: Der Bericht wird weiterhin nur an einen Teil der Websitebetreiber ausgerollt; die Website hat zu wenige Impressionen in KI-Funktionen erhalten; oder die Website wurde über die Einstellung zur generativen KI-Suche aus diesen Funktionen ausgeschlossen.
Zeigt der KI-Bericht Klicks aus AI Overviews?
Nein. Der Bericht enthält ausschließlich Impressionen. Klicks, Klickrate und durchschnittliche Position sind nicht Teil des Berichts. Klicks aus der Suche insgesamt finden Sie weiterhin im Standard-Leistungsbericht.
Warum sind meine KI-Impressionen im August 2026 gesunken?
Google dokumentiert für den 13. bis 17. August 2026 einen Protokollierungsfehler, durch den im KI-Bericht für die Suche zu wenige Impressionen erfasst wurden. Google hält ausdrücklich fest, dass nur die Datenerfassung betroffen war. Ein Rückgang in diesem Zeitraum ist daher kein Sichtbarkeitsverlust.
Sind die Impressionen der Search Console verlässlich?
Als Trend ja, als Absolutwert nur eingeschränkt. Google dokumentiert einen Protokollierungsfehler, durch den Impressionen vom 13. Mai 2025 bis zum 27. April 2026 nicht korrekt erfasst wurden; betroffen waren auch Klickrate und durchschnittliche Position, nicht jedoch Klicks. Nach der Behebung können die ausgewiesenen Impressionen sinken.
Schadet der Ausschluss aus den KI-Funktionen meinem Ranking?
Nein. Google hält fest, dass diese Steuerung nicht als Ranking- oder Aufnahmesignal für andere Teile der Suche verwendet wird. Sie verhindert lediglich, dass Inhalte in den generativen KI-Funktionen erscheinen oder Antworten dort stützen. Auf das Training der Modelle wirkt sie nicht; dafür ist Google-Extended zuständig.
Reicht der KI-Bericht, um KI-Sichtbarkeit zu messen?
Nein. Der Bericht deckt nur Googles eigene KI-Funktionen ab und nur die Kennzahl Impressionen. Sichtbarkeit in ChatGPT, Perplexity oder Copilot erfasst er nicht, ebenso wenig Nennungen ohne Verlinkung. Für ein vollständiges Bild braucht es zusätzlich den Standard-Leistungsbericht, die eigene Webanalyse und eine Prüfung der Antworten in den jeweiligen KI-Systemen.
Belege & Quellen.
- Generative AI performance report (Search) — Google Search Console-Hilfe
- Data anomalies in Search Console — Google Search Console-Hilfe
- Performance report (Search results): About the data — Google Search Console-Hilfe
- Search generative AI control — Google Search Console-Hilfe
- Introducing Search Generative AI performance reports in Search Console — Google Search Central Blog
Alle Online-Quellen abgerufen am 28. August 2026.

Marc Schumacher
Marc Schumacher baut seit 2000 Websites und arbeitet seit über 20 Jahren im Onlinemarketing. Dreieinhalb Jahre hat er als Google Search Quality Rater Websites nach Googles Qualitätskriterien bewertet, zwei Jahre als SISTRIX-Experte mit Agenturen und Unternehmen gearbeitet. Heute führt er Neowulf Digitalmarketing — selektiv, gründlich und KI-gestützt.
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